Ihre Fragen

Was ist eine Verbindungsleitung?

Eine Verbindungsleitung ist eine Verbindung zwischen den Stromübertragungsnetzen verschiedener Länder, in diesem Fall mittels Unterseekabel. Eine Verbindungsleitung bietet die Möglichkeit des Stromhandels mit anderen Ländern und hilft dadurch, eine sichere und günstige Energieversorgung für Großbritannien und Dänemark zu gewährleisten.

Was ist eine Stromrichterstation?

Eine Stromrichterstation wandelt Elektrizität zwischen Wechselstrom (Alternating Current, AC) und Gleichstrom (Direct Current, DC) um. Wechselstrom wird in den Übertragungsnetzen der jeweiligen Länder verwendet, während Gleichstrom für den Transport der Elektrizität durch das Unterseekabel verwendet wird.

Wie groß wird die Stromrichterstation sein?  

Die Gesamtfläche der Stromrichterstation wird ungefähr vier Hektar umfassen und eine Reihe von Gebäuden und Außenausrüstung sowie Zufahrtsstraßen und dergleichen beinhalten, wobei einige Gebäude bis zu circa 25 Meter hoch sein werden. Dieser „technischer” Bereich berücksichtigt keine für etwaige Abflusssysteme oder Landschaftsbau/Sichtschutzanlagen erforderliche Flächen.

Was ist ein Umspannwerk?

Ein Umspannwerk ist eine Verbindungsstelle in einem Elektrizitätsnetz. An dieser Stelle kann die Spannung der Elektrizität entweder höher geregelt werden, um in das nationale Übertragungsnetz zu fließen, oder niedriger, um an die Verbraucher geliefert zu werden.

Warum Gleichstrom?

Viking Link würde zwei durch die Nordsee getrennte Hochspannungswechselstromnetze mittels Hochspannungsgleichstrom (HVDC) miteinander verbinden.

HVDC ermöglicht den effizienten Transport von Elektrizität über große Entfernungen und insbesondere bei Unterseeanwendungen. Außerdem ist er in hohem Maße kontrollierbar und birgt betriebliche Vorteile für beide Übertragungsnetze.

Warum wird eine Verbindungsleitung benötigt?

Energiesicherheit: Verbindungsleitungen spielen eine zentrale Rolle bei der Strategie der Europäischen Union, einen integrierten europäischen Energiemarkt mit gesundem Wettbewerb zu erreichen. Indem es die Viking Link Verbindungsleitung Großbritannien und Dänemark ermöglicht, Strom auszutauschen, wird sie die Sicherheit und Diversität der Stromversorgung beider Länder erhöhen.

Strompreise: Bessere Möglichkeiten für den Stromhandel zwischen den Grenzen, würde zu niedrigere Stromgroßhandelspreise in Großbritannien  beitragen. In Dänemark würde die Viking Link-Mittelwertsteigerung, den Wert der Windkraft erhöhen.

Förderung erneuerbarer Energie: Um internationale und nationale Vorgaben für erneuerbare Energie und Klimaschutzziele zu erfüllen, erzeugen Großbritannien und Dänemark mehr Energie aus erneuerbaren Quellen, unter anderem aus Offshore-Windanlagen. Windkraft wird naturgegeben intermittierend erzeugt, und Verbindungsleitungen bieten eine effektive Möglichkeit, sich daraus ergebende Schwankungen der Versorgung und des Bedarfs auszugleichen.

Warum Dänemark und Großbritannien?

Dänemark ist Bestandteil des Nord Pool Strommarkts und verfügt über gute Anbindungen nach Schweden, Deutschland und Norwegen. Für Großbritannien wird eine Verbindung dorthin den Zugang zu einem gut entwickelten, kostengünstigen Markt mit Preisen erschließen, die sich aus einem diversifizierten Energiemix aus ganz Skandinavien und Norddeutschland ergeben.

Für die dänischen Stromproduzenten wird eine Verbindungsleitung nach Großbritannien den Zugang zu einem hochpreisigen Markt ermöglichen und somit den Wert der intermittierenden Windkrafterzeugung erhöhen.

Viking Link wird Dänemark und Großbritannien den Zugang zu einem breiteren Energiemix ermöglichen und den Ländern neue Gelegenheiten erschließen, in andere Elektrizitätsmärkte zu expandieren. Die Marktkräfte von Angebot und Nachfrage werden zu niedrigeren Preisen in Spitzenverbrauchszeiten führen.

Die Windkrafterzeugung weist zwischen Großbritannien und Dänemark eine geringe Korrelation auf, und es ist unwahrscheinlich, dass in beiden Ländern gleichzeitig hohe Produktionsausstöße auftreten würden. Überschüssige Energie, die den aktuellen Bedarf übersteigt, kann über die Verbindungsleitung problemlos dorthin übertragen werden, wo der Bedarf höher ist. Das wird in beiden Ländern die Märkte für erneuerbare Energie fördern, die Notwendigkeit zur Drosselung der Erzeugung in Spitzenproduktionszeiten verringern und sich vorteilhaft auf die Marktpreise auswirken.

Warum eine Verbindung zum Umspannwerk Bicker Fen in Großbritannien?

National Grid Viking Link Ltd hat mögliche Verbindungsstellen in Großbritannien mit National Grid Electricity Limited (NGET) untersucht, einem Bestandteil von National Grid, der Dachgesellschaft, die das Hochspannungsnetz besitzt, betreibt und neue Verbindungen koordiniert. NGET musste dabei berücksichtigen, wie viel neue Infrastruktur für die Verbindung errichtet werden müsste – beispielsweise in Form von neuen Oberleitungen und Umspannwerken –, und die effizienteste Lösung herausarbeiten, um die Kosten für die Verbraucher zu minimieren.

Nach Erwägung aller Verbindungsmöglichkeiten wurde festgestellt, dass eine Verbindung zum bestehenden Umspannwerk in Bicker Fen das beste Gesamtpaket aus geringer Umweltbeeinträchtigung und niedrigen Kosten bietet.

Viking Link wird einen Bericht über strategische Optionen veröffentlichen, um zu erläutern, wie die Entscheidung in Großbritannien getroffen wurde.

Warum eine Verbindung zum Umspannwerk Revsing in Dänemark?

Auf dänischer Seite wurde das 400-kV-Umspannwerk in Revsing, das in der Nähe von Vejen im südlichen Jütland liegt, als bevorzugte Verbindungsstelle für Viking Link ausgewählt. Die Entscheidung basierte auf technischen und sozioökonomischen Kriterien.

Energinet.dk untersuchte dabei mögliche Verbindungsstellen für Viking Link im dänischen 400-kV-Übertragungsnetz. Fünf verschiedene Umspannwerke wurden ausgewertet, und die Prüfung ergab, dass eine Verbindung zum Umspannwerk Revsing im Vergleich zu den anderen möglichen Verbindungsstellen die geringsten Netzausbauten erfordern würde.

Das Umspannwerk Revsing befindet sich in einer sehr zentralen Lage des dänischen Übertragungsnetzes und verfügt über 400-kV-Leitungen nach Norden, Süden und Westen – eine Verbindung nach Osten ist bis 2020 geplant. Darüber hinaus bietet Revsing als Verbindungsstelle eine der kürzesten Leitungslängen sowohl für Land- als auch für Unterseekabel. Zu guter Letzt steht in Revsing auch Platz für die für Viking Link erforderliche Erweiterung zur Verfügung.

Die endgültige Auswahl der Verbindungsstelle bedarf gemäß dänischem Recht der Genehmigung seitens der dänischen Behörden. Im Zuge des Genehmigungsprozesses wird Energinet.dk an die Anlieger und sonstigen relevanten Beteiligten herantreten.

Wer bezahlt dafür?

Entwicklung und Bau von Viking Link würden privat von den beiden Unternehmen National Grid Interconnector Holdings Limited und Energinet.dk finanziert.